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Karl-Josef Laumann (CDU): Wir ziehen es durch!!!

Und wieder einmal wird eines deutlich: Die Politiker halten den Wähler letztendlich für einen nützlichen Idioten. Wie anders ist es zu erklären, dass erst jetzt, da im Land die Empörung über die klammheimlich geplante Erhöhung der Diäten hohe Welle schlägt, die Politiker sich von ihren Fraktionen mit Argumenten versorgen lassen, warum sie zwingend diese Erhöhung benötigen. Ganz offensichtlich haben sie sich vorher überhaupt keine Gedanken darüber gemacht. Hauptsache, das Geld landete in ihren eh schon von Lobbyisten gut versorgten Taschen. Dass es den eilig zusammengeschusterten Argumenten an Qualität und dementsprechend an Überzeugungskraft fehlt, wissen die Politiker selbstverständlich. Der nützliche Idiot hats hinzunehmen. Meint auf jeden Fall CDU Politiker Karl-Josef Laumann. “Wir ziehen es durch!” verkündet er martialisch in der heutigen Ausgabe der WAZ, wobei er mit “es” die Erhöhung seiner Diät um 500 euro monatlich meint. Dieser Blog wird vor der nächsten Landtagswahl daran erinnern!

Frieden und Krieg

Dienstag, 19.07 2011. In ganz NRW heulen die Sirenen. Tausende strömen auf die Straßen und liegen sich weinend in den Armen. Fast vierzig Jahre Schulkrieg sind zu Ende, es herrscht endlich Schulfrieden im Lande! Wo immer man hinschaut, kriechen aus den Trümmern der zerbombten Schulen Schüler und Lehrer ans Tageslicht. Vierzig Jahre haben sie in unterirdischen Klassenzimmern den feindlichen Angriffen der Politeska standgehalten und Unterricht gemacht. Eine Lehrerin - sie muss die tränengefüllten Augen vor der Sonne zusammenkneifen - spricht für tausende anderer Lehrer: “Die Diktatur des schulpolitischen Blablah ist tot! Es lebe die pädagogische Vernunft!” Hannelore Kraft, wie immer volksnah am Tresen der kleinen Eckkneipe stehend, strahlt: “Dieser Frieden ist der beste Beweis, dass es ihn gibt!” Die Frage, wer genau mit “ihn” gemeint ist, kann sie nicht mehr beantworten: Sie stürzt beim Versuch den Barhocker zu besteigen ab. Ein herbeigerufener Arzt stellt die Diagnose: volltrunken vor Glück! CDU-Landeschef Röttgen strahlt gleichfalls und erklärt: “Für die CDU stand die 100jährige Laufzeitverlängerung der Hauptschule unerschütterlich fest. In dieser Zeit wollten wir eine bessere Schule aufbauen, eine, die nur mit sekundaren Lehrern und Schülern auskommt. Die Katastrophe in Japan hat uns jedoch zum Umdenken bewegt und deshalb sind wir mit der sofortigen Abschaltung der Hauptschule zugunsten einer Sekundarschule einverstanden!”
Sylvia Löhrmann, aktuelle Schulministerin mit grünem Lebenslauf, pflichtet dem bei und kann  vor Begeisterung gar nicht mehr aufhören zu reden. “Wir müssen die Schulen jetzt vollkommen neu aufbauen”, redet sie. “Wir suchen deshalb Trümmerschüler und Trümmerschülerinnen sowie Trümmerlehrer und Trümmerlehrerinnen. Selbstverständlich sind auch Trümmermütter und Trümmerväter willkommen. Die neue Schule soll grün werden, aber auch rot und schwarz und gelb sind willkommene Farben. Die neue Schule soll alle Schüler glücklich machen. Die Schülerinnen natürlich auch. Und die Lehrer und Lehrerinnen. Und auch die Schülermütter und Schülerväter sowie Schülerinnenmütter und Schülerinnenväter! Und alle sollen sich singend und hüpfend an den Händen fassen, besonders die Kommunen, die sich jetzt eigene Schulen basteln können. Und dann wollen wir noch …”
Halt! Dies ist nur ein Traum!
Die Realität sieht anders aus. Der Schulfrieden ist nicht für die Ewigkeit, sondern nur für die nächsten 12 Jahre geschlossen worden! In diesen 12 Jahren wird sich die Politeska für den danach geplanten neuen Schulkrieg bis an die Zähne neu bewaffnen. Und zwar zunächst mit Experten, die Tonnen von Expertisen darüber anfertigen werden, welche Kompetenzen Schule eigentlich vermitteln muss, damit am Ende genug Experten vorhanden sind. Die geistige Niveaulosigkeit dieser Expertisen wird beim Ausbruch des neuen Schulkriegs die Pädagogik an den Schulen derart kontaminieren, dass man sie nirgends mehr wird endlagern können, noch nicht einmal in Fukushima. Rekrutieren wird man für den neuen Krieg auch weitere Scharen mittelmäßiger Juristen. Diese werden, so wie sie es jetzt schon tun, die Kampfmitteldepots mit tausenden von neuen Erlassen auffüllen. Ihr jedes spontane und kreative Handeln tötende Nervengift, das sich speist aus der verhängnisvollen Kombination von geistiger Leere und Aufgeilung an sprachlicher Verquastheit, wird den Gedanken der Erziehung an den Schulen sekundenschnell umbringen. Übrig bleiben wird am Ende eine Erkenntnis. Es wird nur keinen mehr geben, der fähig sein wird zu erkennen, dass sie eine ist. Also wird man beschließen, eine neue Schule zu …
Halt! Dies ist doch nur ein Albtraum.
Hoffentlich!

Weihnachten 2010

Der Schulblog wünscht allen Leserinnen und Lesern frohe Weihnachten und ein erfolgreiches neues Jahr 2011.
Und hier gibt es noch einen lesenswerten Brief an einen Deutschlehrer!

Eine Bezirksregierung ist nicht dazu da, Spaß zu verstehen

Schulleiter und Stellvertreter der Gemeinschaftshauptschule Kirschhecke (Mönchengladbach-Odenkirchen) haben Anfang Dezember 2009 in der Rheinischen Post eine Anzeige geschaltet, in der sie eine ”Schulminister(in) zur Unterstützung unseres motivierten, einsatzfreudigen, aber auch extrem geforderten Teams” suchten. Diese(r) Schulminister(in) sollte die Fähigkeiten mitbringen, “Schwachstellen im Bildungssystem zu erkennen”, ferner sollte er (sie) “motivierende Führungseigenschaften” haben und fähig sein “junge Mitarbeiterinnen zu gewinnen und sie auch mittels Leistungsanreizen zu coachen”.
Die Anzeige - auch für einen durchschnittlich begabten Zeitungsleser locker als Satire zu erkennen - entstand aus der Personalnot der Schule, der 2,5 Stellen fehlten, Ende des Schuljahres voraussichtlich sogar vier. Zustande gekommen war diese Unterbesetzung aufgrund eines Fehlers, der bei der Bezirksregierung Düsseldorf gemacht wurde. Laut einem WDR-Bericht vom 18.01.2010 hatte Barbara Sommer versprochen, sich für die Schule einzusetzen. Getan hat sie es aber nicht.
Sofort gekümmert hat sich jedoch die Bezirksregierung Düsseldorf, die den beiden Kollegen vorwarf, sie hätten die “Pflicht zur Mäßigung und Zurückhaltung politischer Betätigung” missachtet. Gestern wurde bekannt, dass die Stellungnahme der Kollegen zu diesem Vorwurf von der Bezirksregierung nicht akzeptiert worden ist. Stattdessen brummte man ihnen für ein halbes Jahr eine zehnprozentige Kürzung der Bezüge auf. Logisch, dass die Kollegen, die inzwischen für das Inserat Berühmtheit erlangten und sogar einen Karnevalsorden bekommen haben, dagegen juristisch vorgehen wollen.
Eventuelle Nachahmer müssen hier scharf gewarnt werden. Denn erstens ist eine Bezirksregierung eine Regierung und dank der ihr zustehenden Macht komplett spaßfrei. Die Kollegen können froh sein, dass sie nicht wie der Dichter Schubart für seine vorsichtig ironische Kritik an Herzog Carl Eugen von Württemberg 1777 für zehn Jahre im Kerker landeten. Zweitens aber könnte es passieren, dass Barbara Sommer sich demnächst tatsächlich auf eine so ausgeschriebene Stelle bewirbt. Da sie den Sprung von einer Schulamtsdirektorin zur Schulministerin locker geschafft hat, ist ihr ein Sprung zur Gemeinschaftshauptschule Kirschhecke auf jeden Fall zuzutrauen.

Die Gemeinschaftsschule der SPD


Was die derzeitige schwarz-gelbe Regierung in NRW schulpolitisch nach dem Wahlsieg im Mai machen will, muss jemandem, der die letzten 5 Jahre mit Schule zu tun hatte, nicht groß erzählt werden: Ausbau des Ganztags, individuelle Förderung der Schüler und vor allem Beseitigung all der Fehler, die man sich in dem eiligst zusammengeschusterten G8-Abi geleistet hat.
Interessanter wird es eher, wenn man sich einmal anschaut, welche Vorstellung von Schule die SPD entwickelt hat, nachdem sie Zeit hatte, ungestört vom Tagesgeschäft 5 Jahre darüber nachzudenken.
Besucht man einmal die entsprechenden Wahlprogrammseiten im Netz, Den Rest des Eintrags lesen »

Das größte Foto der Welt: Paris


Lust, Paris im WEB mal ganz anders zu betrachten? Hier kann man es tun, beim größten Foto der Welt!

Neue Studie zur Arbeitssituation von Lehrerinnen und Lehrern

Die von Prof. Bauer an der Dortmunder Universität soeben veröffentlichte Studie zur Arbeitssituation von Lehrern zeigt ganz klar: bei jedem dritten Lehrer ist das Burn-Out-Syndrom nachweisbar. Die Studie nahm die Arbeit von über 1000 Lehrerinnen und Lehrern aller Schulformen unter die Lupe Den Rest des Eintrags lesen »

Beamte in gesetzlicher Krankenversicherung

Der folgende Brief ist von Ursula Meiß, Personalrätin. Es wäre schön, wenn er weitergereicht würde:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

auch in Eurem Kollegium gibt es vielleicht verbeamtete Kolleginnen und
Kollegen, die aufgrund gesundheitlicher Probleme von den Privatkassen als
Kunden abgelehnt werden. Deshalb sind sie gezwungen, sich gestzlich
versichern zu lassen. Den Rest des Eintrags lesen »

Zwei Sorten von Lehrern

Ein Kollege heute in der großen Pause: “Ich vermute, es gibt zwei Sorten von Lehrern: Die einen sind verrückt und werden Lehrer. Die anderen sind Lehrer und werden verrückt.”

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